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GESCHICHTEN VON FRANZISKA ROCH

Perfekt unperfekt

Warum ich mir endlich den Mut zur Lücke erlaube

Guten Morgen bei Kaffeeduft & Sonnengruß! ☕️ 

Ich wurde so erzogen, in allem, was ich tue, doch bitte schön das Beste zu geben. Hundert Prozent, keine halben Sachen. Aus dieser Erziehung wurde im Laufe der Jahre ein unerbittlicher eigener Anspruch. Kennt ihr das? Die innere Stimme, die flüstert: „Das geht noch ein bisschen ordentlicher, schneller, besser.“ 

Wenn ich heute auf meine To-Do-Liste blicke, sehe ich das Bild einer Superheldin, die ich gar nicht sein kann: Im Job die volle Leistung bringen, die perfekte Hausfrau sein, eine liebevolle Mutter und Großmutter, verlässlich im Ehrenamt, sportlich aktiv, eine präsente Freundin – und ganz nebenbei diesen Blog und Social Media zuverlässig mit Content bespielen. 

Ich frage mich: Ist das real zu schaffen?
Die Antwort ist ein klares, befreiendes: Nein. Selbst wenn ich zwanzig Jahre jünger wäre, wäre dieser Anspruch reine Utopie.

Mit zunehmendem Alter merke ich, dass meine Kräfte eine kostbare Ressource sind. Mein großes Ziel lautet deshalb jetzt: Ansprüche herunterschrauben und Kräfte schonen. Ich möchte mir endlich selbst die Erlaubnis geben, Dinge unvollständig zu lassen. Oder sie einfach mal ganz zu streichen.

Was bedeutet das im Alltag?

  • Die Küche darf warten: Wenn nach dem Abendessen die Energie fehlt, bleibt das Geschirr eben bis morgen stehen. Die Welt geht davon nicht unter.

  • Mut zum „Nein“ im Ehrenamt: Verlässlichkeit ist wunderbar, aber sie darf nicht zur Selbstaufgabe führen. Eine Aufgabe abzugeben, ist kein Versagen, sondern Selbstfürsorge.

  • Ungeschminkte Realität online: Dieser Blogbeitrag muss kein literarisches Meisterwerk für die Ewigkeit sein. Er ist echt. Er kommt von Herzen. Das reicht.

Wir müssen nicht jede Lücke füllen. Manchmal ist die Lücke genau der Raum, den wir zum Atmen brauchen. Dazu passt ein wunderbares Zitat von Leonard Cohen, das ich euch für diesen Sonntag mitgeben möchte:

„There is a crack in everything. That's how the light gets in.“
(Es gibt einen Riss in allem. Genau so kommt das Licht hinein.)

In diesem Sinne: Lasst uns heute mutig ein paar Lücken stehen lassen und den Sonntag genießen. Unperfekt, aber glücklich.

Eure Franziska ❤️

Geschrieben von Franziska Roch.

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